Die Macht der Veränderung: schicksalhaft oder gestaltbar?

Es diskutierten auf dem Podium zum Thema:

Uwe Tellkamp
  1. Uwe Tellkamp
  2. Autor
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Dirk Roßmann
  1. Dirk Roßmann
  2. Gründer und Geschäftsführer der inhabergeführten Drogeriemarktkette Rossmann
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Torsten Oltmanns
  1. Torsten Oltmanns
  2. Ökonom
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Die Veranstaltung moderierte:

Hans-Michael Besig
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Impressionen der Veranstaltung:

Themenhintergrund

"Der Sozialist oder Anarchist, der versucht, die derzeitigen Verhältnisse umzustürzen, greift damit das Fundament an, auf dem die Zivilisation ruht." Als Andrew Carnegie, größter Stahlmagnat und reichster Mann seiner Zeit, 1889 seine berühmte Philippika Wer reich stirbt, stirbt in Schande mit diesem Satz begann, hielt seit geraumer Zeit das Gespenst des Sozialismus die Welt in Atem. Genau 100 Jahre später fiel die Berliner Mauer; der Sozialismus schien nicht nur eine Niederlage erlitten zu haben, sondern gänzlich irrelevant geworden zu sein. Die Veränderungsverheißung von Marx und Engels: obsolet, indiskutabel.

Zwanzig weitere Jahre später mutiert der Kapitalismus in der öffentlichen Wahrnehmung zum Raubtier, dessen Bändigung als Gebot der Vernunft, ja des Überlebens erscheint. Jacques Attali, ehemaliger Berater von Präsident Mitterand und Mentor von Ségolène Royal, behauptet: "Der Markt erzeugt Prekarität, Flexibilität, die Tyrannei des Neuen, die permanente Notwendigkeit von Veränderung." Gegen diese Tyrannei der Veränderung regen sich Abwehrkräfte – man denke an die Renaissance der Linksparteien, an das Aufkommen einflussreicher NGOs wie Attac, oder auch an Pläne für Spekulationssteuern. Gerade die Tobin-Steuer gehört zum Dompteur-Instrumentarium, mittels dessen das Raubtier Globalkapi-talismus gebändigt, wenn auch nicht gezähmt werden sollte.

Wie kann Literatur diese Brüche und Umbrüche fassbar machen? Ist das Begreifen von Veränderung der erste Schritt zu ihrer Beherrschung? Und sind literarische Seismographen wie Uwe Tellkamp besonders dazu berufen, dieses Begreifen zu vermitteln? Schließlich: Hilft uns dieses Begreifen, uns aus den Fängen der Schicksalhaftigkeit großer Veränderungswellen zu lösen?

Fragen, die im Mittelpunkt der Autorendiskussion Die Macht der Veränderung: schicksalshaft oder gestaltbar? stehen.

Das Thesenpapier von Kaevan Gazdar zur Podiumsdiskussion steht zum Download bereit.

Roland BergerBuchhandlung Hugendubel